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Hund vom Tisch füttern

Aktualisiert: 31. März 2022

Ein No-Go oder erlaubt?

Zunächst: erlaubt ist, was gefällt. Sofern es keine negativen Auswirkungen auf das Mensch-Hund-Verhältnis hat oder Gefahren schürt. Bevor hier alle losschreien: Neiiin, der Kollege bekommt sein Futter aus dem Napf und nicht auf einem Teller, wie hier im Bild zu sehen, serviert.


Als 2007 meine erste Hündin bei mir einzog, wollte ich natürlich alles perfekt machen und habe mich mit Lektüre eingedeckt. Dort war zu lesen, dass ein Hund keinesfalls etwas vom Tisch bekommen sollte. Die Fütterung sollte auch bitte nie in der Küche stattfinden, und viele andere Ratschläge standen in diesen "Gebrauchsanweisungen" für Hunde drin. Nun ja, ich hatte damals keine Ahnung von einer optimalen Hundehaltung und habe brav alles befolgt. Zumindest das meiste davon. Für mich als Hundeanfänger waren diese Basics meine "Bibel", denen ich allerdings nach Bauchgefühl nicht immer wirklich glaubte.


Von Anfang an begleiteten mich Hundetrainerinnen. By the way: das lege ich jedem Neuhundehalter unbedingt ans Herz.


AHA - Es geht auch anders!

Meine Hundetrainerin Snezi lud mich eines Tages zum Kaffee zu sich nach Hause ein. Kuchen gab's auch. Wir saßen so zusammen, ihr Dobermann Timmy und meine Hündin Changa saßen aufmerksam neben dem Tisch. Und dann passierte DAS: eine Portion Zitronenrolle landete mit der Kuchengabel in des Dobermanns Maul! Von Frauchen Snezi, einer Hundetrainerin. O-Ton:

Ich füttere nicht vom Tisch, sondern von der Gabel!

Hey, da mir fiel die Kinnlade so richtig runter! Gleichzeitig war ich jedoch beruhigt und amüsiert zugleich. Meine Trainerin sagte, ihr Timmy möge bei Kuchen nur Zitronenrolle und die teilt sie eben mit ihm.


Ich war zuvor schon ein wenig skeptisch, was die Fachliteratur so an Vorschriften, Erziehungstipps und so weiter verbreitete. So manche Tipps fand ich eigentlich gaga, aber als ambitionierte Hundeanfängerin machste halt erst mal alles, was einem so gesagt oder geschrieben wird. Zum Glück gab es damals noch nicht die sozialen Medien in dem Maße wie heute. Sonst wäre ich noch verwirrter angesichts der unzähligen Ratschläge und Tipps gewesen.


Zurück zum Thema: YES, bei MIR bekommen meine Hunde durchaus etwas vom Tisch, ähm... von der Gabel. Aber nur dann, wenn sie nicht aufdringlich sind. Damit sie etwas von mir erhaschen dürfen, müssen sie ruhig sein. Ob sie dabei liegen oder sitzen oder einfach nur stehen, ist mir egal. Sind alle ruhig, dann gibt es ab und zu einen Happs. Ok, nicht immer von der Gabel, aber es gibt etwas.


Für meinen Fressautomat24.de - Django - ist dieses Szenario ein prima Gelegenheit, um Impulskontrolle zu üben. Darin ist er noch nicht gaaanz so gut, aber es wird. So kannst du aus "Betteln am Tisch" sogar eine sinnvolle Übung generieren. Ich mache daraus die Übung "Bist du ruhig und bleibst am Boden, bekommst du was ab". Wenn nicht, dann gibt's nix. Aber für meine Mädels - die kennen das nämlich schon ein paar Jahre - gibt es dann einen Happen. Fressautomat24.de wundert sich - und lernt! Mehrhundehaltung ist hier ausnahmsweise durchaus hilfreich.


Erfahrungs-Tipps


Wenn dich dein Hund während des Essens mit hochspringen oder anstupsen belästigt, dann schiebe ihn kommentarlos und ohne ihn dabei anzusehen, einfach weg. "Einfach" - haha ;-) Je nach Gewichtsklasse durchaus eine Herausforderung. Steigern kannst du das, indem du ihn auf seinen Platz zitierst.


Bekommt dein Hund etwas vom Tisch, dann ist er weder zwangsläufig verwöhnt noch fällt er in die Kategorie unerzogener Hund. Wenn dein Hund nix abbekommt, sondern auf seinem Platz im Körbchen/Bettchen bleiben muss, während du lecker mahlzeitest, dann ist er trotzdem kein armer Hund.


Hunde brauchen und lieben Regeln. Daran können sie sich orientieren, was letztendlich dazu führt, dass sie entspannter sein können. Wenn dein Hund grundsätzlich nichts vom Tisch bekommt: passt. Daran gewöhnt er sich und nimmt es dir sicherlich nicht übel. Du solltest allerdings dafür sorgen, dass sich auch alle anderen Familienmitglieder sowie Besucher an die Regel halten, dass dein Hund nichts vom Tisch bekommen soll.


Bekommt dein Hund regelmäßig etwas von deinem lecker Essen ab, ist das normalerweise kein Problem in Bezug auf seinen Erziehungsstatus. Sofern dein Hund eben ansonsten "anständig" ist, also dich als Führungsperson akzeptiert, du ihn gut lenken kannst und er für deinen Anspruch gut erzogen ist.

Zu diesem Thema gibt es sicherlich viele konträre Meinungen. Bitteschön, gerne raus damit! Bei all meinen Hunden bisher, war das Füttern am Tisch nie ein Problem. Für mich war und ist das eher ein bindungsfördernder Akt. Ich habe nur immer darauf geachtet, dass sie nicht aufdringlich oder fordernd waren. Natürlich gibt es immer nur eine kleine Kostprobe. Ein mini Stückchen Kartoffel, Gemüse oder Fleisch. Möglichst ohne Soße wegen der Gewürze.


Gibst du deinem Hund etwas von deinem Essen ab, dann sollte es nicht zu viel sein. Essen, für Menschen gemacht, ist für Hunde nur bedingt geeignet. Gewürze tun dem Hundemagen nicht gut (Ausnahme: Fressautomat24.de oder mein oller Lucky). Viele Hunde reagieren auf Gewürze oder andere Zusatzstoffe empfindlich und dann oft mit Durchfall.


Fazit

Also: wenn ihr etwas teilt mit eurer Fellnase, dann wirklich nur eine kleine Portion, die auf eine Gabel passen würde ;-) Und wenn du dein Essen nicht mit deinem Hund teilst, dann liebt dich dein Hund trotzdem. Cool, oder?


Und wie ist es bei dir so?

 

Hier gibt es noch mehr Input:

Der Digitale Hundeführerschein - Onlinekurs für ambitionierte Hundehalter

Hundeführerschein Grundkurs - Onlinekurs für alle, die noch ganz am Anfang stehen

Hundetrainer Ausbildung - Wenn du Hundetrainer werden möchtest





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Hey, ich bin Marion, Coach für angehende Hundetrainer. Meine Vision ist, dass du deinen Hund besser verstehen lernst. Für ein harmonisches und glückliches Zusammenleben mit deinem Hund.

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