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Sitz, Platz, hier - Neiiin!

Aktualisiert: 29. Dez. 2022

Warum Pfötchen, Hurgh, und Äh Äh zu den Grundkommandos gehören.


Jeder von Euch kennt die Grundkommandos, die ein Hund "so können muss". Sitz, Platz, Komm, Nein sind die absoluten Basics. Die meisten Welpenbesitzer kommen auch ganz stolz in die erste Stunde und berichten mir "meiner kann schon Pfote geben".


Hund gibt Pfötchen
Bild von Stefan Schurtz auf Pixabay

Ich muss dann immer ein bisschen grinsen. Pföteln ist eine Instinkthandlung, die Welpen zeigen, wenn sie von den Elterntieren Futter erbetteln. Aber gerade deshalb ist "Pfötchen geben" ein tolles Beispiel, wie man einem Hund Kommandos beibringt.


Stell dir einen Welpen vor, der dir als frisch-verliebtem Besitzer die Pfote hinstreckt. Was sagst du? Du sagst: "Oh suuuuper, du kannst ja schon PFÖTCHEN geben!" und dann gibt's ein Leckerchen.


Jetzt schauen wir uns die Reihenfolge an: Hund zeigt Verhalten – Mensch sagt "Pfötchen" – Hund wird belohnt. Verhalten – Signalwort – Belohnung.





Und genau so sollten wir jedes Kommando aufbauen. Wir dürfen nicht erwarten, dass der Hund mit "sitz" etwas anfangen kann. Ihm dann den Po auf den Boden zu drücken, wird ihn einfach nur verwirren.


Vielmehr sollten wir abwarten, bis sich der Hund selber hinsetzt, weil er eben gerade sitzen möchte, das Wort nachschieben ("sitz") und direkt loben, denn er hat ja genau das getan, was wir trainieren wollten.


Wir können das Verhalten auch provozieren, indem wir draußen länger an einem Ort stehen, bis sich der Hund hinsetzt, oder ein Leckerchen über seinen Kopf ziehen, bis er sich setzt. Erst, wenn das Verhalten bereits ausgeführt wird, kommt der Befehl nach, und das Lob bzw. die Belohnung.





Und was hat es jetzt mit Hurgh und Äh Äh auf sich?

Eines der Grundkommandos ist "Nein". Aber je nach Situation ist "nein" nicht das, was uns direkt über die Lippen kommt. Laufen meine Hunde begeistert nach vorne und straffen die Leine, dann ist "hurgh" der Ausruf, der ganz automatisch aus meinem Mund kommt.


Und spannender Weise wenden mir meine Hunde viel eher ihre Aufmerksamkeit zu, wenn ich einen Laut des Unwohlseins ausstoße, als wenn ich "nein!" rufe. Wenn Mami Schmerzen hat, dann schauen wir doch mal nach, warum. Wenn Mami "nein!" ruft, dann will sie nicht, dass ich den fremden Hund da vorne begrüße, aber… will ich das auch nicht…? Ach, da kann Mami noch kurz warten.


Und "ÄH ÄH!!!" ist eben auch so ein kraftvolles "Nein!", aber es geht für mich viel schneller, viel energetischer, und es lässt mir und meinem Hund die Chance, uns noch ein Alternativverhalten auszudenken. Zum Beispiel Anschauen, oder Sitz machen.


Also rate ich meinen Hundehalter*innen immer: Benutzt die Worte, die euch am leichtesten und schnellsten von den Lippen kommen. Nutzt das, was funktioniert. Und wenn Hurgh und Äh Äh dann Teil eurer Grundkommandos sind, dann ist das eben so! 😉


Was sind eure – nicht ganz normalen – Grundkommandos? Habt Ihr Lieblingsworte, die bei euren Hunden besonders gut funktionieren? Schreibt uns!


Liebe Grüße


 

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Hey, ich bin Marion, Coach für angehende Hundetrainer. Meine Vision ist, dass du deinen Hund besser verstehen lernst. Für ein harmonisches und glückliches Zusammenleben mit deinem Hund.

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